Infos

Unsere Website wird überarbeitet. Die Vorab-Präsentation repräsentiert eine Zufallsauswahl an Arbeiten – aus dem grafischen Universum von grappa und umbra+dor (1989—2020) – Kerstin Baarmann · Frank Döring · Dieter Feseke — inkl. zahlreichen Partner*innen wie Carolin de Vries, Sanne Dijkstra, Sarah Lamparter, Rahel Melis, Anne Rosin, Anusch Thielbeer, Andreas Trogisch, Caroline Winkler, Karl Zech, Ute Zscharnt.


Statement / Vita (1989-2020)

grappa wurde im Frühjahr 1989 nach einer knapp zweijährigen Anlaufphase als Quintett (Kollegium Grafikdesign) in Berlin (Hauptstadt der DDR) gegründet (Baarmann, Feseke, Fiedler, Franke, Trogisch). Die spannenden achtziger Jahre und die gesellschaftlich spannungsvollen Umbruch-Zeiten der Spät-DDR werden stets als wertvolle Arbeits- und Lebensetappen in Erinnerung bleiben. Die Namensfindung bzw. -definition (grappa) erwies sich sowohl als originell-souveräne – als zugleich auch assoziationsreiche Orientierung – mit sympathischer Konnotation. Namentlich schien sie allerdings – bewusst angelehnt – an ein französisch-deutsches Teamvorbild aus Paris: «grapus» um Pierre Bernard und Alex Jordan. Die prinzipiell «linksorientierte» Gesinnung der Mitglieder – und vor allem die selbstverständliche Intention auf ein kollektives Zusammenarbeiten – hielten mehr als zwei Jahrzehnt an – wenn auch unter sehr verschiedenen Teamkonstellationen (vom Duo bis z.B. Oktett). Die sukzessiv aufgefüllte 5er-Ursprungsformation überdauerte allerdings nur ca. drei Jahre – dann forderte der neue gesellschaftliche Zustand im Land – nach dem «Fall der Berliner Mauer» – und wohl auch die neuen Ziele und Intentionen der selbstbewussten Gestalter*innen «seinen bzw. ihren Tribut». Die nur scheinbar identische Sozialisation der Gründungsmitglieder*innen in der DDR-Gesellschaft konnte sich nicht als Garant für einen langfristigen solidarischen Zusammenhalt im «neuen Deutschland» erweisen («Null = Unendlich»). Der Sog des übermächtigen «kapitalistischen Individualismus» als auch die notwendigen Emanzipationsbestrebungen legte(n) die verschiedenen Haltungen und Intentionen offen — zugleich lebens- als auch ästhetisch-elementar. Die neunziger Jahre erteilten somit schonungslose Lektionen – schöne, schmerzliche und letztlich unabänderlich notwendige.

Die wechselvolle Laufbahn generierte verschiedene Formationen, die sich ebenso als überaus erfolgreiche Büros etablieren konnten: cyan (ab 1992/93 – Detlef Fiedler / Daniela Haufe), blotto design (ab 1997 – Heike Grebin, Andreas Trogisch, Ian Warner u.a.), dor grafik (ab 1997 – Kerstin Baarmann, Frank Döring, Dieter Feseke u.a.)

Drei Gestalter*innen (Detlef Fiedler/Daniela Haufe und Dieter Feseke) gelangten in das renommierte A.G.I. (alliance graphique international).
«umbra+dor» ist eine Abspaltung der Ursprungsformation «grappa design» und fand ca. 2004 zusammen – begründet durch Kerstin Baarmann und Dieter Feseke – erweitert mit Frank Döring und sukzessive in Zusammenarbeit mit: Anne Rosin, Rahel Melis, Gerald Wagner und Caroline Winkler.

Im Unterschied zu cyan und blotto hat sich umbra+dor – visuelle gestaltung von Anbeginn als dezentrale Formation definiert – in aller Offenheit und Vorausschau betr. individueller beruflich/privater Perspektiven. Kerstin Baarmann ist seit geraumer Zeit aktiv in Mecklenburg-Vorpommern, Dieter Feseke pendelt zwischen Berlin und Altmark/Wendland, Frank Döring pendelt zwischen Berlin und Ostsee.
Das Tätigkeitsfeld von grappa und umbra+dor umfasst(e) fast alle grafisch-gestalterischen Bereiche: vom «Visuellen Erscheinungsbild» (CI) von Institutionen und Personen – hin zu Einzelaufträgen betr. Buch-Publikationen und allen erdenklichen Produkten: Anzeige, Aufkleber, Ausstellung, Banner, Broschur, Buch, CD, Faltblatt, Foto, Geschäftsausstattung, Illustration, Infografik, Kalender, Mailing, Pictogramm, Postkarte, Präsentationsmappe, Signet, Stempel, Visitenkarte, Website, Zeitung. Die lange Zeit prägende Königsdisziplin Plakatgestaltung ist für uns im letzten Jahrzehnt (ab ca. 2016) leider (fast) zum Erliegen gekommen – dagegen hat das ominipräsente Internet die mediale und ökonomische Marktsituation stark verändert und geprägt.

Dieter Feseke konnte ab 2017 in intensiver und enger Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Flierl bei der Hermann-Henselmann-Stiftung ein außerordentlich aktives inhaltlich-gestalterisches Umfeld generieren: Themen wie Bauhaus* (Jubiläum 2019), Weltkulturerbe (Berliner Nachkriegsmoderne: KMA1+2, Hansaviertel/Le Corbusierhaus), 100 Jahre Groß-Berlin (Kolloquien und Buchreihe) bzw. das Zeitungsmagazin HENSELMANN H#1 bis H#5. Weiterhin wurde eine Wanderausstellung generiert – unter dem Titel: Bauhaus Shanghai Stalinallee Ha-Neu – Der Lebensweg des Architekten Richard Paulick, bei dem sich insbesondere die Leitthemen Bauhaus und Weltkulturerbe Berliner Nachkriegsmoderne zusammenfinden. Letzteres begründet eine neue Buchreihe innerhalb der Edition Gegenstand und Form.
A.G.I. (Projekt), Arno Schmidt Stiftung, Asian Network, Babylon Berlin, Berliner Festspiele, Botschaft Staat Israel, Brecht 100 (Projekt), Buga Potsdam, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundeszentrale Kommunale Kinos, Commit Berlin, DDD Gallery Osaka, Deutsches Theater Berlin, Dock 11, Filmkunsthaus Babylon Berlin, Filmmuseum Potsdam, Galerie Parterre, Grafill Oslo (Norwegen), Grüntuch Ernst Architekten, Hermann-Henselmann-Stiftung, HHS/LDA/Initiativgruppen, HHS/Lukas Verlag, Ingenhoven Architekten, Jazz Front Berlin-Brandenburg, Jazz Units, Kinemathek Bonn, Konkursbuchverlag, Kontor Schwerin, Lila Frauenoffensive, LVDM, Max-Lingner-Stiftung, Maxim-Gorki-Theater, Moritzhof Magedburg, Pfefferberg, RISD Providence (Providence), Rosa-Luxemburg-Stiftung, Staatsoper Berlin, Stiftung Bauhaus Dessau, Typomoon (Projekt), Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld | Dessau | Wittenberg mbH — Künstler/Musiker/Impresario/Veranstalter: Gisbert Baarmann, Gerhard Busse, Kristin Feireiss, Thomas Flierl, Steven Garling, Lilo C. Karsten, Thomas Karsten, Howard Katz Fireheart, Harald Kegler, Jan van Klewitz, Norbert Löhn, Frank Raschke, Ilka & Andreas Ruby
Ausstellungen: Berlin (1989), carcassonne, Frankreich (1990), Grafill/Oslo, Norwegen (1991), Schule für Gestaltung/Zürich, Schweiz (1994), DDD/Osaka, Japan (1995), RISD/Providence, USA (2008) – Ausstellungsbeteiligungen: «100 Beste Plakate» (lfd. 1989-2010)

Lehrtätigkeiten: Kerstin Baarmann hatte ab 2005 zusammen mit dem Künstler (und Lebenspartner) Lothar Oertel die Grundlagenschule «sieh+mal» begründet und etabliert.

Dieter Feseke unterrichtete kurzzeitig an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst Leipzig (Gast- und Vertetungsprofessur | 2003-2005). Zahlreiche Vorträge und Workshops hatte er zwischen 1990-2010 absolviert in: Europa (Berlin, Carcassonne, Dresden, Karlsruhe, Leipzig, Oslo, Zürich) Asien (Kyoto/Goethe Institut Japan, Nagoya) und Amerika (RISD/Providence).
Zahlreiche Auszeichnungen konnten vor allem in der Ära grappa und grappa dor erreicht werden – wie z.B. 100 Beste Plakate – A D CH, Schönste Bücher Deutschlands, Red Dot Design NRW oder Type Directors Club.

Dieter Feseke ist bzw. war Mitglied von AGD (Eintritt 1991), 100 Beste Plakate (Eintritt 2001), alliance graphique international (Eintritt 2003). Bei A.G.I. nahm er an einigen Jahrestagungen und Projekten teil wie z.B. Amsterdam, Berlin, Chicago, Bejing, Mexico City.